YouTube-Kooperationen richtig kennzeichnen

Werbung auf YouTube, Instagram oder SnapChat steht oft unter dem Verdacht der Schleichwerbung. Aber was ist überhaupt mit Kennzeichnung gemeint? Ist das schlecht bzw. verboten? Sollte ich meine Produktplatzierung überhaupt kennzeichnen, oder verschrecke ich damit nur meine Zuschauer? Hallo ich bin Philip von BuzzBird und ich erkläre dir heute, wie man Markenkooperationen bzw. Produktplatzierung richtig kennzeichnet.

Sobald du online aktiv bist und eigene Beiträge postest, bist du Teil der Öffentlichkeit. Als Infuencer kreierst du Inhalte, die dich und viele andere interessieren, berühren und begeistern. Dein Engagement trägt Früchte. Die Abrufzahlen und Abonnentenzahlen steigen, denn deine charmante Art und dein spannender Charakter haben dir Vertrauen und treue Fans beschert. Deine Meinung und Einschätzung zu Dingen zählt - und daran glauben auch Marken. Plötzlich kommen Marken bzw. Unternehmen mit Anfragen zu interessanten Kooperationen auf dich zu. Es öffnet sich eine neue aufregende Welt mit vielen Möglichkeiten, ABER diese hat auch ihre eigenen Gesetze.

Das zugeschickte Produkt

"Ich habe eine Produkt von einer Marke, zugeschickt bekommen. Muss ich das in meinem Beitrag erwähnen?"

Diese Frage lässt sich nur durch die Zergliederung in zwei Varianten klären.

Variante A: Das Video, dass du erstellt hast, dreht sich stark um das Produkt. Und dabei geht es nicht nur um Lippenstifte, Spiele und Kleidung, sondern auch Flüge, Übernachtungen und Reisen.

Diese Variante setzt zwingend eine Kennzeichnung, dass es sich um Werbung handelt, voraus. Dafür müsst zu Beginn deines Videos "Unterstützt von (Marke XY)" einblenden und mündlich darauf hinweisen, dass du das Produkt kostenlos erhalten hast. Geht es ausschließlich um das Produkt muss der Beitrag mit dem Hinweis "Werbesendung" begleitet werden.

Aber wann kommt das denn schon mal vor? Ich kenne keine Beiträge, in denen ein Mascara über die volle Video länge bis ins kleinste Detail vorgestellt wird. Macht euch keine Sorgen. Viel wahrscheinlicher ist also die Variante B.

Variante B: Dein Video hat fast gar nichts mit dem Produkt zu tun.

Bei dieser Variante hast du meistens keine Pflicht zur Kennzeichnung. Du musst nichts tun. Außer dein Produkt bzw. die Summe der Produkte einer Marke überschreitet einen Wert von 1000 Euro. Dann gilt wieder die Kennzeichnungspflicht der Variante A.

Gage oder andere Gegenleistungen

"Für die Kooperation mit der Marke habe ich eine Gage oder eine andere Gegenleistung vereinbart."

Wie schon im vorherigen Fall kommt es ganz darauf an, wie das Video gestaltet ist. Hier gibt es wieder zwei Varianten.

Variante A: In meinem Video geht es überwiegend um das Produkt.

Dieser Fall ähnelt der Variante A bei zugeschickten Produkten sehr. Deshalb gelten auch die gleichen Anforderung zur Kennzeichnung. Der schriftliche Hinweis im Video "Unterstützt von Marke (XY)" und der Satz, dass es sich bei deinem Video auch um eine Kooperation handelt, reichen hier aus.

Variante B: Eigentlich erzähle und zeige ich etwas ganz anderes, aber ein gesponsertes Produkt taucht trotzdem auf.

Es ist bereits zu erraten: Das Produkt muss gekennzeichnet werden! Im Gegensatz zur Variante B bei "das zugeschickte Produkt" ist der Wert des bzw. der Produkte egal. Der schriftliche Hinweis im Video "Unterstützt von Marke (XY)" und der Satz, dass es sich bei deinem Video auch um eine Kooperation handelt in der Infobox deines Videos, muss zwingend stattfinden.

Affiliate Links

Verlinkung zu Produkt- bzw. Unternehmens-Seiten sind immer Werbung. Solche Links heißen Affiliate Links und tauchen meistens in Infoboxen auf. Der Hinweis, dass es sich um Werbung und Affiliate Links handelt, bei denen du am Verkauf beteiligt bist, ist zwingend und sollte in deiner Infobox vermerkt werden.

Fazit zur Kennzeichnung

Die Strafen für ungekennzeichnete Werbung, also Schleichwerbung, sind sehr hoch. Wann immer du ein Produkt von einer Marke für deine Präsenz in der Öffentlichkeit bekommst, handelt es sich um eine Kooperation, die transparent an deine Community als solche kommuniziert werden sollte. Denn darum geht es, wenn du deine Zuschauer langfristig an dich binden willst, auch wenn du regelmäßig Produktplatzierungen umsetzt: Transparenz. Scheue dich also nicht davor, Product Placements zu kennzeichnen, denn uncool sind heutzutage nur noch diejenigen, die es nicht tun. Wenn du deine Kooperationen passend zu deinen Videoinhalten authentisch umsetzt, wirst du bei einer transparenten Kennzeichnung keinen Shitstorm erwarten müssen. Im Gegenteil wird deine Community für deine Ehrlichkeit dankbar sein, denn so sind sie über die Werbung aufgeklärt und können auch selbst besser reflektieren, ob sie an dem von dir gezeigten Produkt wirklich interessiert sind.

Auch wenn die dargestellten Fälle und Varianten Spielraum bezüglich des Umfangs der Kennzeichnung bieten, rate ich dazu, auf Nummer sicher zu gehen. Das bedeutet: Im Zweifel lieber mehr angeben als zu wenig.

Für weitere Infos rund um die richtige Kennzeichnung, kannst du dir hier auch gerne nochmal die Richtlinien der Medienanstalten ansehen.